Wer Ihre Pflege bezahlt

Stand:

Das Wichtigste:

  • Die Pflege·kasse zahlt
    wenn Sie einen Pflege·grad haben.
  • Hat man dann immer noch zu wenig Geld
    hilft das Sozial·amt.
  • Für die Pflege zu Hause gibt es Pflege·geld oder Pflege·sach·leistung.

 

Pflegefinanzierung
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Pflege ist teuer.
Die Pflege·kasse gibt deshalb Geld dazu.
Auch dann, wenn Sie eine private Krankenversicherung haben.

Sie können sich zu Hause pflegen lassen.
Das zahlt die Pflege·kasse aber nicht komplett.
Sie müssen jeden Monat mehrere hundert Euro dazu zahlen.

Wenn Sie das Geld nicht haben
    dann können Sie "Hilfe zur Pflege" beantragen.
Beim Sozialamt.

Was ist ein Pflege·grad:

Die Pflege·kasse zahlt nur
    wenn Sie Pflege brauchen.

Also wenn Sie nicht mehr alleine zurecht·kommen.

Zum Beispiel:

  • Sie brauchen Hilfe beim Essen.
  • Sie brauchen Hilfe beim Einkaufen.
  • Sie brauchen Hilfe um sich zu waschen.
     

Dann müssen Sie der Pflege·kasse sagen:
    "Ich brauche Hilfe".

Wenn Sie das sagen
heißt das: "Antrag stellen".

Dann entscheidet die Pflege·kasse:

  • Ob Sie wirklich Hilfe brauchen.
  • Wie viel Hilfe Sie brauchen.
     

Wenn die Pflege·kasse sagt
"Ja, Sie brauchen Hilfe"
dann bekommen Sie einen Pflege·grad.

Wenn Sie einen Pflege·grad haben
dann bekommen Sie Geld für Pflege.

Wie Sie einen Pflege.grad bekommen:

Dann müssen Sie der Pflege·kasse sagen: 
    "Ich brauche Hilfe".

Dazu können Sie einen Brief schreiben.

Oder ins Internet gehen.

Oder einfach anrufen.

Es gibt auch Pflege·stützpunkte.
Da bekommen Sie Hilfe.
Und Sie können da Fragen stellen.

Die Pflege·kasse muss entscheiden
    ob Sie Geld bekommen.
Das dauert manchmal sehr lange.

Wenn Sie Geld bekommen
dann auch für die Zeit
in der die Pflege·kasse überlegt hat.

Wenn Sie schon früher einen Pflege·grad hatten:

Vor kurzem wurden die Pflege·grade verändert.
Im Jahr 2017 (zwei·tausend·siebzehn).
Jeder bekam einen höheren Pflege·grad.
Dafür musste man nichts machen.

Das bezahlt die Pflege·kasse
bei einem zugelassenen Pflege·dienst:

Die Pflege·kasse bezahlt Ihren Pflege·dienst.
Wenn Sie einen Pflege·grad zwischen 2 (zwei) und 5 (fünf) haben.
Aber nur zu einem Teil.
Den Rest müssen Sie selber bezahlen.

Wenn Sie einen hohen Pflege·grad haben
bekommen Sie mehr Geld.

Das bezahlt die Pflege·kasse
bei einem nicht zugelassenen Pfleger:

Sie können sich von Verwandten pflegen lassen.
Oder Nachbarn.
Oder jemand günstigem.
Zum Beispiel aus dem Ausland.

Die Pflege·kasse gibt Ihnen Geld.
Wenn Sie einen Pflege·grad zwischen 2 (zwei) und 5 (fünf) haben.
Wenn Sie einen hohen Pflege·grad haben
bekommen Sie mehr Geld.

Dieses Geld können Sie dem Pfleger geben.
Wenn Sie möchten.

Bei einem nicht zugelassenen Pfleger
bekommen Sie weniger Geld.
Dafür ist aber der Pfleger oft billiger.

Was ist Entlastungs·geld:

Vor kurzem wurde ein neuer Pflege·grad gemacht.
Im Jahr 2017 (zwei·tausend·siebzehn).
Der heißt Pflege·grad 1 (eins).

Wenn Sie Pflege·grad 1 haben
gibt Ihnen die Pflege·kasse vielleicht Geld.
Das heißt Entlastungs·geld.

Das sind im Monat 125 € (einhundert·fünf·und·zwanzig Euro).
Davon können Sie Menschen bezahlen
die Ihnen Helfen.

Wenn Sie einen höheren Pflege·grad haben
bekommen Sie dieses Geld vielleicht noch dazu.

Fragen Sie nach.
Fragen Sie:

  • "Bekomme ich Entlastungs·geld?"
     
  • "Wer muss mich Pflegen
    damit ich Entlastungs·geld bekomme?"

Wann das Sozial·amt zahlt:

Die Pflege·kasse bezahlt nicht genug.
Das fehlende Geld müssen Sie bezahlen.

Wenn Sie das nicht können:
Sagen Sie dem Sozial·amt Bescheid!
Und beeilen Sie sich.
Sagen Sie:
"Ich brauche Kosten·übernahme."

Dieses Geld heißt dann "Hilfe zur Pflege".

Wann Ihre Familie zahlen muss:

Wenn das Sozial·amt zahlt
dann will das Sozial·amt wissen:
    Wie viel Geld hat Ihre Familie.

Vielleicht versucht das Sozial·amt dann
    Geld von Ihrer Familie zu bekommen.
Zum Beispiel von Ihren Kindern.

Wenn Ihre Kinder viel Geld haben.

Dazu darf das Sozial·amt Ihre Kinder fragen:

  • "Wie viel verdienen Sie?"
  • "Wie viel Geld haben Sie?"
     

Dann entscheidet das Sozial·amt
    ob Ihre Familie etwas bezahlen muss.

Sie können das Sozial·amt immer fragen.
Dann erklärt man Ihnen
    wie diese Entscheidung funktioniert.

Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen sollen explizit als geschlechtsunabhängig verstanden werden.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV