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II. Dialog Forum | Potsdam

"Klarheit für Verbraucher? Auswirkungen des 2. Pflegestärkungsgesetzes auf die Angebote für Verbraucher im ambulanten Pflegebereich."
Zweites DialogForum Potsdam
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Unter diesem Titel fand Mitte Juni das 2. Dialog-Forum des Projekts "Marktprüfung ambulante Pflegeverträge" in der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam statt. Und es bestätigte sich, dass verständliche Information für Verbraucher eine der großen Aufgaben zur Bewältigung von Problemen mit Pflegebedürftigkeit ist.

Mitarbeiter der Verbraucherzentralen Berlin, Brandenburg und Saarland diskutierten gemeinsam mit Pflegeanbietern, Seniorenvertretern, Mitarbeitern aus Pflegestützpunkten und Vertretern des Landes Brandenburg über die Auswirkungen der gesetzlichen Änderungen auf die Angebote und damit auf die Verbraucher selbst. Martin Nicolay, Jurist und Projektmitarbeit der Verbraucherzentrale des Saarlandes, moderierte die Veranstaltung.

Nach einem Grußwort des Geschäftsführers der Verbraucherzentrale Brandenburg, Dr. Christian A. Rumpke, referierte zunächst Christian Heerdt vom Kuratorium Deutsche Altershilfe zu den niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten für Verbraucher. Er hob die extreme Vielfalt bei Anbietern und Preisen hervor, schlug Maßnahmen für mehr Transparenz vor und regte den Aufbau von Netzwerken zur Entwicklung sozialraumorientierter Hilfen an.

Yvonne Heinrich von der AOK Nordost und Dr. Oliver Stegemann stellten die leistungsrechtlichen Änderungen jeweils aus ihrer Sicht dar. Frau Heinrich empfahl angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Vergütungskonstellationen, sich vom Pflegedienst stets die Vergütungsvereinbarungen vorlegen zu lassen. Herr Dr. Stegemann betonte die Rolle der ambulanten Pflegedienste bei der Beratung von Verbrauchern.

Petra Hegemann von der Verbraucherzentrale Berlin wies in ihrem Vortrag auf die Kostensteigerungen für Verbraucher im Rahmen der Umsetzung der Pflegestärkungsgesetze hin.

In der anschließenden offenen Diskussion wurden verschiedene Aspekte und ihre Auswirkungen auf die Verständlichkeit des Systems der ambulanten Pflege für Verbraucher diskutiert. Es ging um die Vor- und Nachteile der Zeitvergütung und die Umwandlung der Pflegeversicherung in eine echte Teilkaskoversicherung. Wegen der Intransparenz des Systems werden bessere Beratungsstrukturen, vor allem im ländlichen Bereich gebraucht. Das Thema Pflegebedürftigkeit muss weiter in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht werden, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Pflegebedürftige gute Hilfsstrukturen brauchen, die auch finanziert werden müssen und dass jeder Einzelne sich frühzeitig mit einer möglichen Pflegebedürftigkeit auseinandersetzen sollte.

Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen sollen explizit als geschlechtsunabhängig verstanden werden.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV